Empathie


Was ist Empathie?

Laut Google ist Empathie Folgendes:  
"Empathie ist die Fähigkeit und Bereitschaft, die Gefühle, Gedanken, Motive und Handlungen anderer Menschen zu erkennen, zu verstehen und nachzuempfinden. Sie wird umgangssprachlich auch als Einfühlungsvermögen bezeichnet und ist ein zentraler Bestandteil der emotionalen Intelligenz."

Immer wieder hört und liest man, dass Autisten keine Empathie empfinden können. Ich selbst bin im letzten Winter eine Bekannten begegnet, deren Sohn mehr oder weniger frisch mit 17 diagnostiziert worden war. Er empfand, ihrer Aussage nach, keine Empathie für niemanden. Als ich ihr von meinem Verdacht erzählte, dass ich auch im Autismus Spektrum wäre, waren zwei Dinge schnell klar: Erstens ließ ich mir ihrer Meinung nach durch das Internet einreden, ich sei autistisch und zweitens, nachdem ich erzählte wie sehr mir ihre Trennung von ihrem Mann leid tat (ich kenne sie seit der Kindergartenzeit meines eigenen Kindes), sagte sie mir schlichtweg, das wäre der Beweis: Da ich empathisch bin, wäre ich auf gar keinen Fall autistisch.

Meine Diagnose auf Asperger Autismus habe ich ein halbes Jahr später bekommen.


Aber woher kommt dieser Irrglaube?
Es gibt mehrere Arten von Empathie, nämlich:

Kognitive Empathie: Die Fähigkeit, die Perspektive eines anderen einzunehmen und gedanklich zu erfassen, was die Person denkt oder fühlt, ohne es zwingend emotional mitzuerleben

Emotionale (affektive) Empathie: Das tatsächliche Miterleben und Mitfühlen der Emotionen einer anderen Person (zum Beispiel Trauer oder Freude)

Soziale Empathie: Das Verständnis für soziale und kulturelle Hintergründe anderer, um die Auswirkungen des eigenen Handelns auf Mitmenschen abzuschätzen. 


Ich selber habe nur die kognitive Emphatie. Ich kann mich ein Stück weit in andere hineinversetzen, aber die emotionale Komponente fehlt mir. Mein Kind hat damit bereits Schwierigkeiten, ist aber auch nicht "komplett" empathielos.

Da viele, wenn die nicht meisten, Autisten dieses Problem haben, werden alle als empathielos beschrieben. 
Ich fühle sehr viel und sehr intensiv - aber über andere Auslöser. Das können sicherlich einige Autisten von sich behaupten.

Dazu kommt, dass es da noch das "kleine Problem" mit der Gestik und Mimik gibt. Denn oft wird diese nicht erkannt, oder nur, wenn es besonders deutlich zu sehen ist. Andersherum spiegeln die Gesichtszüge und Gesten des Autisten die aktuelle Gefühlslage nicht gut wieder (Stichpunkt Spiegelneuronen), so dass die neurotypischen (allistischen) Menschen ebenfalls Schwierigkeiten haben, Empathie für den Autisten zu empfinden.

Diese komplexe, gegenseitige Nicht-Verstehen wird als "doppeltes Empathie Problem" beschrieben.





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