Queerness
Du fragst dich wahrscheinlich, was Queer Sein mit Autismus zu tun hat und warum es einen eigenen Menüpunkt hat.
Menschen im Autismusspektrum haben eine 15%- 35% höhere Wahrscheinlichkeit, ins LGBTQ+ Spektrum zu fallen als neurotypische Menschen. Siehe https://autism.org/lgbtq-and-autism/
Dies bringt zusätzliche Herausforderungen aber auch größere Connections mit sich. Menschen in der LGBTQ+ Gemeinde haben von sich aus schon viel mehr Akzeptanz für das "Anders-Sein".
Daher werdet ihr auf großen Veranstaltungen wie einem CSD, oder auch einer Veranstaltung wie der Dokomi in Düsseldorf sehr wahrscheinlich auf einige Gleichgesinnte treffen - egal ob es neurodiverse oder LGBTQ+ Personen sind.
Warum es mehr Herausforderungen birgt, dürfte klar sein, aber ich möchte dennoch ins Detail gehen.
Besonders in der Schulzeit, mehr noch, in der Pubertät, in der sich jeder junge Mensch ohnehin selbst finden muss, ist schon einer dieser Punkte schwierig. Welche (sexuelle) Orientierung habe ich? Wie identifiziere ich mich? Was passiert, wenn ich mich oute? Was denken meine Familie, Freunde, Klassenkameraden?
Dann kommt der neurodiverse Teil dazu: Mag mich überhaupt jemand? Ich bin zu viel! Gleichzeitig: Ich bin zu wenig! Dann wird jedes erdenkliche Szenario durchgespielt, man liegt erst recht nachts wach, macht sich 1000% mehr Sorgen, recherchiert (gegebenenfalls, wenn ihr der Typ dafür seid) gründlicher und fühlt euch grundsätzlich euer ganzes Leben lang schon fehl am Platz, anders, nicht dazugehörig.
Aber das Queer Sein allein erklärt es alleine nicht wirklich, auch wenn ihr euch mit eurer Identität absolut wohl fühlt - und noch keine Autismus / ADHS oder AuDHS Diagnose habt.
Also ja: so wunderbar und wunderschön unsere Vielfältigkeit ist, sie birgt auch viele Unsicherheiten und leider auch noch Risiken.
